280er

Diskutiere 280er im Technische Erklärungen Forum im Bereich Technik; moin moin! ich habe da ein paar fragen zu dem alten 280-motor (r6). die genaue bezeichnung ist mir leider nicht bekannt. die anfrage bezieht...

  1. #1 -|MegaMan|-, 26.05.2002
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    moin moin!

    ich habe da ein paar fragen zu dem alten 280-motor (r6). die genaue bezeichnung ist mir leider nicht bekannt. die anfrage bezieht sich auf die motoren, die im w123 und im w/r107 verbaut waren (mit kat).
    im grunde moechte ich alles zu diesem motor wissen, was ich nicht bereits in erfahrung bringen konnte: drehmoment, anfaelligkeit fuer schaeden, spezifische schwachstellen, zu erwartende laufleistung, ob es zu dem motor ein passendes manuelles getriebe oder eine neue 5-gang-automatik gibt usw.

    danke im vorraus
     
  2. #2 Stephan Täck, 28.05.2002
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    Hallo MegaMan,
    ich gehe mal davon aus das Du den Motor der Baureihe M 110 meinst.Mein alter W126 E28 hatte auch diesen Motor.Die Maschine ist so ziehmlich unverwüstlich,allerdings ist in den Baujahren ich glaub bis 83 der Warmlaufregler etwas Kondenswasseranfällig wenn man den Wagen überwiegend Kurzstrecke fährt.Als ich mir die A Klasse kaufte hab ich den Wagen mit ca. 310000 km verkauft.Der Wagen hatte die 4 Gangautomatik,sie hat zum Schluß ein bischen geölt.Eine 5 Gangautomatik ist meines Wissens für diesen Motor nicht vorhanden,lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
     
  3. #3 Otfried, 28.05.2002
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    Hallo megaMan,

    Du meinst die 5/72 Motoren der Baureihe M 110, welche als M 110 V 28 mit 160 PS/5.500 U/min & 230 Nm/4.000 U/min und M 110 E 28 mit 185 PS/6.000 U/min & 243 Nm/4.000 U/min in den Verkauf gegangen sind.
    Der Motor diente als Konkurrenz zu den Top Modellen von Wettbewerbern, welche zu jener Zeit DOHC Motoren auf Basis ehemaliger Rennmotoren {Alfa Romeo, Maserati, Jaguar, Lotus, OSCA} anbot.
    Der M 110 hat zwei über Ketten gesteuerte obenliegende Nockenwellen und halbkugelförmige Crossflow Brennkammern in einem Aluminium-Zylinderkopf. Vom Konzept her sind die Triebwerke mit ihren gegenüber dem M 180/M 130 verstärkten Getriebezahnrädern robuster, jedoch neigen die Nocken der Nockenwellen zum Verschleiß, wodurch sich die Ventilöffnungszeiten reduzieren und deswegen die Motorleistung sinkt.
    Wie alle Hochleistungsmotoren dieser Zeit „zieht" der M 110 bei niedrigen Drehzahlen nicht wie vergleichbare heutige Motoren.

    Bei 6.600 – 6.800 U/min regelt eine Fliehkraftkupplung die Zündeinstellung zurück {entsprechend den heutigen Drehzahlbegrenzern}. Der M 110 V 28 wir über Solex Doppelregistervergaser 4 A 1 mit temperaturabhängiger Kraftstoffvorwärmung mit Kraftstoff versorgt, der M 110 E 28 besitzt eine Bosch D-Jetronic. Der Treibstoffverbrauch liegt zwischen 16 – 20 Litern {98 Oktan} Kraftstoff.

    Zu diesen Motoren wurden 3 verschiedene AMG Leistungskits angeboten.

    Ich schaue noch einmal in den Unterlagen genau nach, wenn ich Zeit finde: Grob vermute ich, das es damals serienmäßig ein manuelles 4-Gang-Schaltgetriebe, gegen Aufpreis ein manuelles 5-Gang-Schaltgetriebe oder 4-Stufen-Automatik gegeben hat. Wegen des „weichen" Zylinderkopfes ist der Motor nicht für Bleifreibetrieb ausgelegt, damals hatte verbleites Superbenzin 99 Oktan, weswegen nur SuperPlus etc mit Bleizusätzen zu verwenden ist. Für Fahrzeuge im Originalzustand bekommt man jedoch schon eine 07-Nummer.
    Kat kann ich mir nur in Verbindung mit überarbeitetem Motor vorstellen, wobei man bei diesen Modellen immer sehr Vorsichtig mit der Umrüstung sein sollte.
     
  4. #4 -|MegaMan|-, 28.05.2002
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    kat

    moin otfried!

    erstmal vielen dank fuer die antworten!
    nun zum kat: meines wissens konnte der kat beim r/w107 ab 1985 als option bestellt werden und war ab 1986 serienmaessig.
    mit kat ergab sich aber eine leistungsreduzierung von 185 auf 177 ps.
    was mich ein wenig erschrocken hat, ist der umstand, das der motor zumindest im r/w107 mir bis jetzt nur in verbindung mit einer 3-gang-automatik untergekommen ist, was fuer die leistung mit grausigen beschleunigungswerten oberhalb von 10 sekunden verantwortlich ist.
    von einer 4-gang-automatik allerdings habe ich bis jetzt noch nichts gesehen, auch ein manuelles 5-gang-getriebe blieb mir verborgen. waere nett, wenn du das mal in erfahrung bringen koenntest und rausfinden koenntest, ob es besagte getriebe auch fuer den w123 gibt.

    ausserdem habe ich mal irgendwo gelesen, dass der motor eine strassenversion einer rennmaschine ist. kann das sein?

    nochmal ein dickes dankeschoen und viele gruesse
     
  5. #5 Otfried, 29.05.2002
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    Hallo MegaMan,

    da ich Morgen arbeiten „darf" nehme ich die Unterlagen über den M 110 einmal mit ins Büro. Du bekommst Morgen Abend oder am Freitag Antwort.
     
  6. #6 Otfried, 30.05.2002
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    Hallo MegaMan,

    wie versprochen, habe ich heute alles über den M 110 und die Fahrzeuge in welche er eingebaut wurde einmal nachgesehen.
    Das von Dir angesprochene vollautomatische 3 gang Getriebe wurde im R 107 nur mit den Motoren M 116 E 35 {„350 SL"} und M 117 E 45 {„450 SL"} angeboten, im C 107 nur mit dem M 117 E 45 {„450 SLC"} oder M 117 E 50 {„450 SLC 5.0"} sowie auf Wunsch ab Herbst 72 im W 116 mit dem M 116 E 35 {„350 SE"}.
    Wie ich in meiner ersten Antwort geschrieben hatte, war der Motor der M 110 Serie für das zu jener Zeit übliche verbleite Superbenzin ausgelegt, welches 99 Oktan aufwies.
    Als die ersten Diskussionen über verschärfte Abgasgesetze und damit verbunden über die nicht mehr Verfügbarkeit von 99 Oktan Treibstoff aufkamen, reduzierte Daimler Benz die Verdichtung des M 110 für kurze Bauserien auf 8.7:1 in Verbindung mit einer elektronischen D-Jetronic. Ein Katalysator wurde jedoch nicht angeboten.
    Serienmäßig waren alle Fahrzeuge bis zu jenem Zeitpunkt, in welchen der M 110 eingebaut wurde, mit einem manuellen 4-Gang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Auf Wunsch war ein vollautomatisches 4-Gang-Getriebe erhältlich, wo jedoch durch den damals üblichen Schlupf im Wandler einiges an Leistung verloren ging.
    Als der W 123 in Serie ging, wurde der M 110 auch in diesem Modell angeboten, als M 110.923 die Vergaserversion und als M 110.984 die 177 PS Variante, welche später durch den M 110.988 abgelöst wurde, der eine auf die ursprünglichen 9.0:1 angehobene Verdichtung aufwies und wieder 185 PS leistete. W 123.030 und W 123.033 wurden ebenfalls mit manuell schaltbaren 4-Gang-Getrieben ausgeliefert, AMG bot für die Fahrzeuge 5-Gang Getriebe an.
    Zuletzt fand der M 110 im W 126.022/.023 Verwendung.

    Die erste Version mit Katalysator waren die Nachfolgemotoren der Baureihe M 103, welche auch von Anfang an mit gehärteten Ventilsitzringen ausgeliefert wurden und bleifreies Benzin „verkraften" konnten. Die ersten Version, wie der M 103.980 {190 PS} hatten im Motorraum ein Zündzeitpunktreduktionsschalter, mit welchem der Motor auf einen Betrieb mit 95 Oktan Kraftstoff eingestellt werden konnte.

    Die Motoren der Bauserie M 110 hingegen waren nicht für die Verwendung bleifreien Kraftstoffes ausgelegt. Was ich in Erfahrungen bringen konnte war, das bei manchen Youngtimer Spezialisten besonders die Motoren mit der elektronischen D-Jetronic mit gehärteten Ventilsitzringen versehen und geregeltem Katalysator ausgerüstet werden können. Hierbei tritt jedoch ein erheblicher Leistungsverlust ein.


    Die Fahrleistungen dieser Fahrzeuge sind keinesfalls schlimm, sondern lag zu der Zeit ihrer Produktion auf einem sehr hohen Niveau. Vor 20 Jahren lag eine Beschleunigung von 0 – 100 km/h in 10 Sekunden und 200 km/h Spitze auf Sportwagenniveau. Vor der GTI Zeit gab es nur wenige Fahrzeuge, welche solche Fahrleistungen erreichten. Zu jener Zeit waren 120 – 150 km/h Endgeschwindigkeit „normal" und Beschleunigungswerte von 0-100 km/h in unter 20 Sekunden. Verfälscht wird das Bild durch viele Berichte Zeitgenössischer Super-Sportwagen.

    Zum Thema Rennmotor:

    Ende 1955 zog sich Daimler Benz offiziell aus dem Motorsport zurück und entwickelte keine „Rennmotoren". Der letzte reine DOHC „Rennmotor" war der M 196 und M 196 I {M 196 DE 25/M 196 DE 30}, welche jedoch Reihenachtzylinder mit zentraler Kraftabnahme und desmotronischer Ventilsteuerung waren.
    Wenn man den M 198 {M 198 DE 30} ebenfalls zu den „Rennmotoren" zählt, hatte dieser Motor, einen Reihensechszylinder eine OHC Ventilsteuerung.

    Von der „optischen" Erscheinung entspricht der M 110 natürlich den „klassischen" Reihensechszylinder-Rennmotoren von Maserati, Ferrari, Jaguar, Aston Martin und Alfa Romeo.
    Als er auf dem Markt erschien, wurden solche Motoren nur im Sportwagensegment angeboten, da im „normalen" PKW Bereich noch mit OHC, OHV und Stoßstangenmotoren gearbeitet wurde.
    Typisch für jene Zeit war die „einseitige" Auslegung eines Motor, da noch keinerlei technische Hilfsmittel zur Verfügung standen, ich hatte ein Fahrzeug mit 2 Weber Doppelvergasern, der mit scharfen Nockenwellen Leerlaufdrehzahl von 1.500 U/min verlangte jedoch 180 PS leistete {bei 2 Litern Hubraum}. Solche Motoren konnten praktisch nicht langsam gefahren werden. Ein Motor für den normalen betrieb lief ab einer bestimmten Drehzahl, damals ca. 4.000 – 5.000 U/min nur noch zäh. Erst einige Hilfsmittel und die elektronische Gemischaufbereitung ermöglichten den Weg zum jetzigen Motorenbau.

    Der M 110 „hängt" bei niedrigen Drehzahlen natürlich mehr als ein heutiger 185 PS Motor und holt seine Leistung über Drehzahl. Es ist jedoch kein umgebauter „Rennmotor", wenn auch einige Features an den Maserati Tipo 53 erinnern.......

    Ich hoffe mit dieser Antwort ist Dir geholfen.
     
  7. #7 -|MegaMan|-, 31.05.2002
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    moin otfried!

    es ist wirklich erstaunlich, was man alles wissen kann. respekt!
    nach diesen ausfuehrungen werde ich dann wohl endlich den langersehnten 280 ce goennen!

    nochmal danke
     
  8. #8 Otfried, 03.06.2002
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    Hallo MegaMan,

    willst Du den W 123.053 als "Alltagsfahrzeug" oder als "Fun-Car"?
     
  9. #9 -|MegaMan|-, 04.06.2002
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    moin otfried!

    der 280 wird nur ein spassgeraet und nebenschauplatz, denn ich werde mein schoenes sportcoupe ja nicht gegen einen w123 eintauschen.
    aber mit einem hecktriebler ohne viel technik und einigermassen viel leistung kann man ja schon freude haben.
    im moment hab ich leider wenig zeit fuer bastelaktionen, weil ich mich ein wenig ums studium bemuehen muss, aber in den semesterferien werde ich mal mit meinen freunden den gfk-umbau vorrantreiben.
    aber erst muss ich mal einen adaequaten untersatz finden, der mich nicht komplett arm macht :D .
    ausserdem bin ich immernoch auf der verzweifelten suche nach einem handgeschalteten 280er. aber wie heisst es doch so schoen: wer suchet, der findet.

    mfg
     
  10. #10 Otfried, 04.06.2002
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    Hallo MegaMan,

    bei der Oldtimersuche muß man nur Geduld haben. Dann findet man schon ein passendes Fahrzeug zu einem adäquaten Preis. Meine Meinung dabei ist, besser ein Fahrzeug in Originalzustand zu kaufen, welchem man die "Zeit" anzieht, als einen nur oberflächlich restaurierten Wagen.
    Ich wünsche Dir viel Glück bei der Suche.
     
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