Autobauer setzen in trüben Zeiten weiter auf Hochglanz

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  1. Elch

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    Frankfurt 22. Sep - Luxus und Life-Style dürften erneut zu den wichtigsten Themen zählen, wenn sich kommende Woche die internationale Autobranche auf dem Pariser Autosalon trifft, um in konjunkturell trüben Zeiten und knapper Haushaltskassen für ihre neuesten Fahrzeuge zu werben.

    Rein wirtschaftlich haben die großen Autobauer das schwache Geschäftsjahr 2002 wohl weitestgehend abgehakt. Hoffnungen liegen nun auf den kommenden Monaten, die mehr Verbrauchervertrauen sowie Wirtschaftswachstum bringen und damit die Verkaufszahlen steigen lassen sollen.

    Zur Belebung der Nachfrage beziehungsweise Schaffung neuer Begierden setzen auch die deutschen Hersteller verstärkt auf außergewöhnliche und spektakuläre Wagen vor allem aus den Segmenten Luxus, Sport und Gelände. "Die Produzenten sind ja nur noch konkurrenzfähig, wenn man alle Kundensegmente abdeckt", begründet Ulrich Winzen vom Marktforschungs- und Beratungs-Institut Marketing Systems diesen Trend.

    Zahlreiche und wirklich Aufsehen erregende Neuerscheinungen wird es aus deutscher Sicht aber auch nicht auf dem am Samstag beginnenden Autosalon in Paris geben. Volkswagen<VOWG.F> stellt erstmals den Geländewagen Touareg aus und BMW<BMWG.F> präsentiert den neuen Roadster Z4. Erstmals einem breiten Messepublikum unverhüllt zugänglich sein wird die Edel-Limousine Maybach aus dem Hause DaimlerChrysler<DCXGn.DE>.

    HOFFNUNGEN AUF 2003 - INLANDSKONJUNKTUR ENTSCHEIDEND

    Mit einem Absatzminus von rund vier Prozent auf 3,2 Millionen Fahrzeuge rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) in diesem Jahr in Deutschland. Einziger Lichtblick in den vergangenen und wohl auch noch verbleibenden Monaten 2002 sind die Exporte, die im bisherigen Jahresverlauf zwar rückläufig waren, aber immerhin noch das dritthöchste Niveau überhaupt erreicht hätten. Je nach Belebung der Inlandsnachfrage hofft der VDA im kommenden Jahr mit besseren Verkaufszahlen der Branche.

    "Auf Basis der Zyklusanalyse müsste sich der Markt erholen", glaubt auch Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler mit Blick auf das Autojahr 2003. Der Markt habe sich nun rund drei Jahre abwärts bewegt und die aktuelle Auftragslage der Hersteller spreche für eine Belebung. Entscheidend seien zwar weiterhin die Konjunkturlage und die Stimmung der Verbraucher, er rechne derzeit aber für das kommende Jahr mit einem Absatzplus in Deutschland von etwa drei Prozent.

    Von einem "Nachfrageausfall im Inland" sprach VDA-Präsident Bernd Gottschalk unlängst mit Blick auf die schwache Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland. Nach Ansicht des Verbandschefs müsse hier steuer- und verkehrspolitisch gegengesteuert werden. Aber die Zuversicht der Bundesbürger in die Wirtschaft ist spätestens seit dem 11. September tief erschüttert: "Ich sehe im Moment keine Konsumbelebung durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen", sagt Auto-Experte Winzen. "Es geht zwar nicht mehr abwärts, aber eine deutliche Belebung in den kommenden Monatern sehe ich auch nicht."

    INDIVIDUELLE BEDÜRFNISSE STILLEN UND NEUE NACHFRAGE SCHAFFEN

    In Zeiten breiter Kaufzurückhaltung und unsicherer Wirtschaftsperspektiven für die Verbraucher haben die Autobauer längst erkannt, Nischen zu besetzen, Extrawünsche zu erfüllen oder künstliche Nachfrage zu schaffen. Luxus-Limousinen, edle Gelände-Fahrzeuge und schnittige Sportwagen für ein eher Konjunktur-unabhängiges Publikum bestimmen die Neuerscheinungen der vergangenen Monate. Mit spektakulären Produkten lässt es sich zudem gut werben, wissen nicht nur Fachleute.

    "In Deutschland ist die Grundmotorisierung im Prinzip abgeschlossen", beurteilt Experte Winzen den Trend der hiesigen Autobauer zu Nischenmodellen und einer Markt-umfassenden Produktpalette. "Jetzt geht es darum, individuelle Bedürfnisse zu befriedigen." Zugleich könnten die Autobauer etwa mit sportlichen Geländewagen ("Sports Utility Vehicles", SUV) neue Kunden im Ausland - und hier allen voran den USA - erschließen. BMW und Mercedes<DCXGn.DE> bieten derartige SUV bereits seit längerem an, VW und Porsche<PSHG_p.F> gehen jetzt mit dem Touareg beziehungsweise dem "Cayenne" an den Start.

    "Die Fahrzeuge sind ja nicht dafür gedacht, im Gelände zu fahren. Das sind Life-Style-Objekte", beschreibt Winzen von Marketing Systems. "Es geht ja nicht nur um die Befriedigung von Mobilitätsbedürfnissen, sondern auch um die Außenwirkung", fügte er mit Blick auf die großen Allzweckwagen nach amerikanischem Vorbild hinzu. Analyst Pieper sieht in der Erweiterung der Produktpalette jedoch wirtschaftlich durchaus Sinn: "Das Konzept (von Porsche) mit dem Cayenne wird schon aufgehen, weil das Marktsegment weiter expandiert."

    Nach dem aktuellen Trend zu Luxus und SUV-Freiheit dürften nach Einschätzung von Branchenkennern die Autobauer neue Nischen auftun. "Wir werden nicht dahin kommen, dass alle Segmente besetzt sind", so Winzen. Zu erwarten sei eine weitere technische Diversifizierung, Verbesserungen bei Verbrauch und Umweltschutz sowie der Einbau moderner Informationstechnologien, wie er jetzt etwa durch Internetanschlüsse in hochpreisigen Wagen bereits stattfinde.
     
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