Ich bin ebenfalls skeptisch. Ich stehe in regem Austausch mit Maastricht, weil ich wissen will, welche Auswirkungen die fehlende Kalibrierung auf welche Assistenzsysteme hat, ob es möglich ist, die Rückfahrkamera zu deaktivieren und welche Auswirkungen das auf welche Assistenzsysteme, u.a. die akustischen Parksensoren, hat. Die Antworten wiederholen sich und zeigen eine Arroganz, die ich selbst von Mercedes nicht erwartet hätte.
Schreiben aus Maastricht vom 15.12.25:
"Mit Einführung des Parksystems der Generation 5 werden Videodaten der Umfeldkameras in Fahrentscheidungen einbezogen. Dadurch sind die Kalibrierungsanforderungen deutlich höher als bei der vorherigen Generation. Wenn eine Tür (Spiegelkameras) oder der Kofferraum (Rückfahrkamera) geöffnet und geschlossen wird, kann sich die Position der Kameras zueinander minimal verändern, was eine erneute Kalibrierung erforderlich macht.
Zum Ablauf der Kalibrierung:
- Die Kalibrierung erfolgt automatisch bei jedem Motorstart.
- Dabei öffnet sich die Abdeckung der Rückfahrkamera für maximal 5 Minuten während der Vorwärtsfahrt, ohne dass ein Kamerabild angezeigt wird.
- Die Kalibrierung kann nur unter guten Lichtbedingungen und in einem Geschwindigkeitsbereich von 18–35 km/h durchgeführt werden.
- Wird die Kalibrierung nicht abgeschlossen (z. B. weil die Bedingungen nicht erfüllt sind), wird der Vorgang abgebrochen und später erneut gestartet.
- Das Öffnen und Schließen der Kamera ist ein bewusst vorgesehenes Systemverhalten und kein Fehler.
Zu Ihren Fragen:
- Eine Deaktivierung der Rückfahrkamera ist grundsätzlich nur über einen autorisierten Vertragspartner (VP) möglich. Dieser kann Ihnen verbindlich mitteilen, ob eine Deaktivierung technisch machbar ist und welche Auswirkungen dies auf andere Assistenzsysteme hat.
- Wir können aktuell keine Aussage dazu treffen, ob die akustischen Parksensoren oder weitere Systeme bei einer Deaktivierung betroffen wären. Dies muss individuell geprüft werden.
- Eine alternative Lösung zur Kalibrierung gibt es nicht, da diese für die volle Funktionalität des Systems und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben erforderlich ist.
Wir verstehen, dass die aktuelle Situation für Sie nicht zufriedenstellend ist. Bitte wenden Sie sich an Ihren Vertragspartner, um die Möglichkeit einer Deaktivierung und die damit verbundenen Konsequenzen zu klären."
Wie schon in der vorherigen Korrespondenz wird die Verantwortung auf die Werkstätten abgeschoben.
Auch meine Frage, ob eine solche Empfindlichkeit der Systeme nicht dazu führen muss, dass jedes Durchfahren eines Schlagloches etc. die Kalibrierung und damit die Genauigkeit der Anzeige beeinträchtigt, wurde abgebügelt.
Mail vom 27.11.2025:
"Zusätzlich möchten wir Sie beruhigen: Das Überfahren von Schlaglöchern oder größeren Unebenheiten sollte die Re-Kalibrierung nicht beeinflussen."
Danach hatte ich gar nicht gefragt, ich hatte wissen wollen, ob eine zufällig einmal erfolgte Kalibrierung beeinflusst wird.
Da Maastricht mittlerweile einräumt, dass Mercedes offensichtlich gar nicht so genau weiß, was sie da verbaut haben, werde ich die Korrespondenz beenden.
Stattdessen werde ich mich per Einschreiben mit Rückschein an den Vorstandsvorsitzenden Herrn Ola Källenius wenden.
Nicht dass ich große Hoffnungen habe. Aber vielleicht höhlt ja doch steter Tropfen den Stein ...