Mängel in Serie

Diskutiere Mängel in Serie im Smalltalk um den Mercedes Forum im Bereich Allgemeines; Hi Leute! "Made in Germany" Einst galt "Made in Germany" als Inbegriff der Qualität und Wertarbeit. Doch diese Wertschätzung beginnt in der...

  1. Heinz

    Heinz Crack

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    Hi Leute!
    "Made in Germany"
    Einst galt "Made in Germany" als Inbegriff der Qualität und Wertarbeit. Doch diese Wertschätzung beginnt in der deutschen Autoindustrie zu bröckeln. Mängel in Serie setzen den guten Ruf der deutschen Autos aufs Spiel.
    Etliche Neuwagenkäufer berichten empört über ihre Erfahrungen: Gerade 12,5 Kilometer schaffte die 28 Jahre alte Angestellte aus Frankfurt mit ihrem nagelneuen Mittelklassewagen - dann legte ein gerissener Keilriemen das Fahrzeug lahm. Ein 22 Jahre alte Krankenschwester bekam ihren Kleinwagen schon mit undichtem Lenkgetriebe ausgeliefert, ein Rentner beklagt sich über einen bereits nach wenigen Monaten durchgerosteten Auspuff. Dass dies keine Einzelfälle sind, zeigen die Leserbriefspalten der Autozeitschriften, in denen die Beschwerden über Mängel an neuen Autos nicht abreißen.
    Selbst deutschen Herstellern traditionell wohl gesonnene heimische Fachblätter kommen an dem Qualitätsthema nicht mehr vorbei: "Auto Bild" fragt angesichts polternder Achsen und rostiger Bleche: "Was ist bloß mit unseren Autos los". "auto motor und sport" stellt nach einer peniblen Auflistung der häufigsten Reklamationen an deutschen Autos fest: "Das Vertrauen in die Qualitätsbeteuerungen schwindet. Fatalerweise betrifft dies vor allem jene Marken, die sich das Prädikat Premium auf die Fahne geschrieben haben."
    Beim Automobilclub ADAC weiß man schon lange, dass nicht alles Gold ist, was an deutschen Autos glänzt. Die jährliche Pannenstatistik sieht mit eindrucksvoller Regelmäßigkeit japanische Wagen auf den Spitzenplätzen der verschiedenen Größenklassen - meist mit deutlichem Abstand vor den einheimischen Konkurrenten. Rückrufaktionen, die vor einigen Jahren noch in jedem Einzelfall Aufsehen erregten, sind mittlerweile so häufig geworden, dass sie kaum noch Beachtung finden. Von 58 auf 94 im Jahr sind sie innerhalb der vergangenen vier Jahre gestiegen, wie aus dem Kraftfahrtbundesamt zu hören ist. In den Fachblättern wie der "ADAC-Motorwelt" erscheinen sie meist nur noch als Randnotiz.
    An den Rückrufaktionen seit Ende des vergangenen Jahres waren alle größeren deutschen Hersteller beteiligt - die Marke Mercedes sogar gleich zwei Mal. Dabei müssen Rückrufe nur eingeleitet werden, wenn die Probleme die Fahrsicherheit beeinträchtigen, also vorwiegend Bremsen, Fahrwerk, Lenkung oder Ähnliches betreffen. Beim "normalen" Ärger wie Motorschäden, Rostbefall oder Elektronik-Defekte erfährt der Autofahrer selten, ob er Opfer eines Serien-Fehlers geworden ist oder ob ihn ein Ausnahmefall erwischt hat.
    Dass deutsche Autos viele Schwächen haben, spricht sich auch im Ausland herum. Nachdem die Schweden mit ihrem Elchtest die Mercedes A-Klasse schon ins Schleudern gebracht haben, fährt jetzt der norwegische Automobilverband den deutschen Firmen an den Karren. Die sprichwörtlich gewordene deutsche Wertarbeit gebe es zumindest auf dem Automobilsektor immer seltener, schreibt der Autofachmann Paul Anderson, der einer offiziellen Beschwerdestelle für Autokäufer angehört. Der VW Passat, die Mercedes-Modelle Vito :mad: und A-Klasse :mad: sowie Audi-Fahrzeuge seien besonders häufig von Beschwerden betroffen.
    Die Tester von "auto motor und sport" kennen diese Probleme dutzendweise: Sie reichen von Getriebe- und Motorschäden bei Audi über Wassereintritt und gefährdete Benzinleitungen bei Porsche bis zu Motordefekten und Klappergeräuschen bei BMW sowie fehlerhaften Bremsen, Getrieben und Lenkungen bei Mercedes. Bei Opel führten zuletzt Sitzbefestigungen und bei Ford die Airbag-Steuerung zu Rückruf-Aktionen.
    Eine der wesentlichen Ursachen für die schlechte Qualität ist nach Ansicht des Leiters der ADAC-Verkehrsabteilung, Götz Weich, der Zeitdruck bei der Konstruktion der Autos und ihrer Bauteile. "Das Entscheidende sind die kurzen Entwicklungszeiten", sagt Weich, der auch Mängel in der Praxiserprobung vermutet. "Wird der Kunde zum Testfahrer, der das Auto zur Serienreife reklamieren soll?", fragte der Automobilclub nach seinem jüngsten Praxistest mit 8000 Fahrern von Kleinwagen. Hier hatten in der Rubrik Reparaturhäufigkeit ausnahmslos deutsche Fahrzeuge die hinteren Plätze belegt.
    Automanager gestehen auch Spätfolgen des so genannten Lopez- Effektes ein. Der als Kostensenker erst gefeierte und dann verrufene frühere Einkaufschef von Opel und VW hat die Zulieferer der Automobilindustrie dermaßen geknebelt, dass sie unter dem Zwang zur Billiglieferung die Qualität vernachlässigten. "Der Lopez-Effekt schleicht sich durch die Autoindustrie", sagt ein Produktionsfachmann, der noch einen anderen Grund für die Mängel kennt: Manchen Firmen hätten eine Zeit lang die reale Erprobung vernachlässigt und sich bei der Entwicklung zu sehr auf Computersimulationen verlassen. "Die japanischen Firmen waren dabei eher zurückhaltend."
    Grüße Heinz
     
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  3. #2 Katharina, 08.10.2001
    Katharina

    Katharina Crack

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    Hallo Heinz,

    dieser Text bestätigt, was ich schon immer schreibe, ein Großteil der Probleme ist nicht Marken- oder Fahrzeug- gebunden.
    Was mich verwundert ist, das hier italienische und französische Fahrzeuge keinerlei Erwähnung finden. Hier gibt es doch auch den einen oder anderen Kandidaten.
    US Fahrzeuge ohne Kommentar.

    Leider hat jedoch vom Image her die deutsche Autoindustrie hier am meisten gelitten, vor allem BMW und Mercedes mit ihrem Wunsch, alle Produktionsfelder abzudecken und neue Marktnischen zu erschließen, welche dem Ursprungsmarktsegment widersprachen.

    Bei DCX bin ich nur auf die Verarbeitungsqualität des SLR und des Maybach gespannt.
     
  4. Heinz

    Heinz Crack

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    Hi Katharina!
    Deine Gedanken kann ich nachvollziehen!
    ......und des VANEO ? Oder werden die Probleme der Elche proportional zum Wachstum gesteigert ;-) :confused:

    Grüße Heinz
     
  5. #4 Katharina, 09.10.2001
    Katharina

    Katharina Crack

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    Hallo Heinz,

    bei den beiden von mir genannten bin ich deswegen gespannt, da beide auf ihre Art extreme sein werden. Den SLR kann man dann mit der qualitativen Verarbeitung italienischer Luxussportwagen {#} oder Aston Martin vergleichen, oder wenn wor Glück haben hält er das Niveau des R 129, der Maybach ist am ehesten mit RR oder Bentley. Ob er Verarbeitungsqualität eines echten Maybach "Maybach" erreicht?

    Zum Thema V 414 {Vaneo} kann ich leider nur sagen, das die Wagen welche ich sah, mich nicht überzeugt haben. Vom Preisniveau her gleicht er einem Classic, besteht aus W 168 Teilen in einer größeren Karosserie. Von den Punkten, welche hier Teilweise bemängelt werden, könnten manche eben nur durch eine Neukonstruktion der betroffenen Teile behoben werden. Sicherlich kommt hier immer die persönliche Sicht zum tragen. Ich bin gespannt, wie über den V 414 geschrieben werden wird.
     
  6. Heinz

    Heinz Crack

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    Danke Katharina!
    Durch deine erste Beurteilung (objektive u. kompetente Fachfrau)wird meine Kaufentscheidung sicherlich beeinflusst werden:confused:
    Liebe Grüße Heinz
     
  7. #6 Katharina, 10.10.2001
    Katharina

    Katharina Crack

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    Hallo Heinz,

    letztendlich mußt Du dir selbst ein Bild vom V 414 machen. Jedoch würde ich privat mir keinen Neuwagen blind bestellen, welchen man nicht vielleicht schon mit anderer Motorisierung Probesitzen und fahren konnte.
     
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