Otto vs Diesel

Diskutiere Otto vs Diesel im Forum Motor, Antrieb & Tuning im Bereich Technik - Hallo. Hatten gestern Abend das Thema über die Haltbarkeit/ Laufleistung der Benzin bzw Dieselmotoren. Ich stelle hier einfach mal die...
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Hallo,

bei alten Motoren waren häufige Revisionen vorgesehen, welche heute – bis auf Zahnriemenwechsel bei vielen Marken – gar nicht mehr vorgesehen sind.

Typische Schwachstelle sind die Kolben-/Kolbenringe, welche durch das auf und ab in den Zylindern einem natürlichen Verschleiß ausgesetzt sind. Bei absolut gleichen Nutzungsbedingungen und vergleichbaren Motoren sind hier OM aufgrund ihrer niedrigeren Drehzahl {Kolbengeschwindigkeit} i.d.R. einem geringeren Verschleiß ausgesetzt als höher drehende Benzinmotoren. Diesen punkt der niedrigen Drehazhl nutzten in der Vergangenheit die klassischen US V 8/Bentley und Rolls Royce Motoren, um hohe Laufleistungen zu erreichen.

I.d.R. verschleißen somit Benzinmotoren schneller, wobei jedoch heute die typischen Schwachstellen durch die elektronische Gemischaufbereitung beseitigt sind.

Heutige Werkstoffe neigen zudem zu sehr geringem Verschleiß, die Fertigungstoleranzen sind deutlich geringer als noch vor 20 Jahren. Unterschiedlich hat ich jedoch die Peripherie entwickelt, wo Benzinmotoren in den letzten Jahren eine „einfachere“ Technik aufwiesen.

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Wollen wir doch mal ehrlich sein, die "guten alten Zeiten" sind vorbei. Die einzigen, die heute noch mehrheitlich Fahrzeuge mit Potenzial zu 1.000.000 KM Gesamtlaufleistung benötigen, sind Taxler, Trucker und Busfahrer.

..da vergesse aber mal die ganzen aussendienstler nicht. ich persönlich hab auch schon genug "moderne" diesel ohne große schäden über die autobahn getrieben.

alfa 75 ( 1,8l benziner ) 215.000 km
scoda oktavia 1,9 tdi 475.000 km
bmw 525 tdi 210.000 km
scoda oktavia 1,9 tdi kombi 360.000 km ( dann motorschaden )

die sind bis auf die eine ausnahme alle ohne größere reparaturen unter meinem hintern über die bahn gejagt. :gamer:

ich weiß nicht ob die "alten" das besser gemacht hätten.

schönen gruß
sascha
 
Interessante Diskussion, da sie mein gegenwärtiges Entscheidungsdilemma wiederspiegelt.

Ich habe im Moment einen W210 270 CDI. Kilometerleistung: 315.000 KM. Eigentlich bislang recht zufrieden. Allerdings gab es schon größere Reparaturen, die es bei einem Benziner aber genauso gegeben hätte (Lichtmaschine und Motorsteuergerät).

Allerdings sehe ich bei dem Wagen folgendes: Es können jederzeit einige recht kostspielige Reparaturen fällig werden: Da sind zunächst einmal noch 4 Glühkerzen, die seit fast 300.000 KM drin sind. Die Kerzen selber kosten nichts. Aber ich habe schon einmal Blut und Wasser geschwitzt, als eine ausgetauscht werden musste, weil defekt und das blöde Dingen dabei abgebrochen ist. MB hat sie ausbohren können, ohne den Zylinderkopf ausbauen zu müssen. Waren aber 350 Euro Reparaturkosten. Wenn das bei den anderen genau so ist... Dann sind noch die ersten Injektoren eingebaut. Wenn es stimmt, was mir gesagt wurde, nämlich, dass auch diese festbrennen können - nun, nicht gerade günstige Aussichten. So, und nun ist da noch ein Turbolader. Der hat natürlich auch schon 315.000 KM durchgehalten. Ich könnte mir vorstellen, dass das Teil auch nicht ewig hält. Wohlbemerkt, der Wagen bekommt jeden vorgeschriebenen Service und fährt hauptsächlich Langstrecke. So, und bei jeder Reparatur stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand noch lohnt.

Nach meinem Gefühl ist ein moderner Diesel schon so etwas wie ein Wunderwerk der Technik. Der ganze Aufbau ist wohl recht komplex.

Daher kommt schon mal die Überlegung auf, ob ich nicht besser beraten bin, als nächstes einen Benziner zu kaufen. Da schwebt mir ein W211 E280 vor. Der würde dann auf Gas umgebaut werden. Dann dürften sich die Kosten für Treibstoff so etwa auf dem Niveau meines gegenwärtigen Fahrzeuges bewegen.

Korrigiert mich, wenn ich irre. Aber ich glaube, dass bei diesem Benziner weniger Teile vorhanden sind, die verschleißen können. Insbesondere gibt es keinen Turbolader und die Einspritzung ist auch nicht so aufwändig.

Ansonsten glaube ich auch, dass man den Motor bei guter Wartung und vernünftiger Fahrweise kaum himmeln kann.

Allerdings hat mir seinerzeit die festgebrannt Glühkerze vor Augen geführt, dass eben auch diese Anbauteile enormen Aufwand verursachen können. Wäre der Versuch des Ausbohrens im eingebauten Zustand gescheitet, hätte der Motor ausgebaut werden müssen. Erst dann kann der Zylinderkopf abgebaut werden. Nur der Aus- und Einbau wäre auf 2.500 Euro gekommen. Nun, ich dem Fall hätte ich wohl gleich alle Glühkerzen und die Injektoren erneuern lassen. Aber das wäre dann schon wieder eine richtig große Reparatur gewesen. Und es hätte sich die Frage gestellt, ob sich das noch lohnt...

Gruß
Thobie
 
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