Startproblem mit beunruhigendem Geräusch...

Diskutiere Startproblem mit beunruhigendem Geräusch... im Forum E-Klasse & CLS Forum im Bereich Mercedes-Benz - Hallo Leuts, nachdem mein Trecker (S211 280 CDI V6) jetzt 4 Tage unterm Carport gestanden hat, wollte ich heute eine kleine Tour mit Töchterchen...
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Der Wagen ist ja lückenlos beim MB-Service, da sollte man doch eigentlich davon ausgehen, dass das erledigt wird. Ich habe das Service-Heft gerade nicht hier und weiß daher nicht, ob der Wechsel des Kraftstofffilters normaler Standard ist...?

Der Wechsel des Kraftstofffilters erfolgt nur gegen gesonderten Auftrag, allerdings sollte man beim Freundlichen während der Fahrzeug Annahme darauf hinweisen.


MfG Günter
 
Der Wechsel des Kraftstofffilters erfolgt nur gegen gesonderten Auftrag, allerdings sollte man beim Freundlichen während der Fahrzeug Annahme darauf hinweisen.


MfG Günter

Danke für den Hinweis, dann werde ich das mal beim nächsten MB-Service oder zwischendurch bei meiner (guten) Freien erledigen lassen.

Jetzt sind die Temperaturen wieder (etwas) moderater und der Trecker läuft seit dem Aussetzer am letzten Samstag ja auch wieder problemlos.

@Dommy - auch von mir vielen Dank für die Erklärung. An den PID-Regler kann ich mich auch noch dunkel aus dem Studium erinnern (Automatisierungstechnik)...lange ist's her...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Dommy :)
Zunächst auch von mir ein dickes Danke für den ausführlichen Beitrag!
Servus Hendrik,

Drehzahlüberschwinger (schwieriges Thema):
Damit ein Dieselmotor möglichst sauber startet, ist in Abhängigkeit von Drehzahl, Motortemperatur und Raildruck ein mehrdimensionales Kennfeld hinterlegt, welches Einspritzbeginn (genauer: Injektorbestromungsbeginn) und Einspritzmenge (genauer: Injektorbestromungsdauer) für jede gerade erreichte Drehzahl festlegt. Das ganze muss dann noch mit dem Regler zusammenspielen, der irgendwann von "Leerlauf-Regler" auf "Leerlauf-Enddrehzahlregler" übergibt und beim Verlassen des einen Regelbereichs mit "Übergabe" in den anderen Regelbereich einen Startwert braucht, der beim ersten Übertritt nicht unbedingt vorhanden ist und deshalb aus einem Kennfeld vorgegeben wird. Zudem sind die Regler nicht mehr nur einfache "P"-Regler, sondern sogar bis zu "PID". Das macht es nicht einfacher.

In der Annahme, dass der Motor bei Kälte schlechter hochläuft, wird entsprechend Kennfeldvorgabe einfach mehr eingespritzt. Wenn jetzt aber der Motor besser startet, und vor allem z.B. wegen 0Wxx Öl leichter hochläuft, dann wird eigentlich (etwas) zuviel eingespritzt. Wenn jetzt noch ein Zeitglied einprogrammiert ist, das die Übergabe von einem in den anderen Reglerbereich absichtlich verzögert, dann kommt es zum ungefährlichen Überschwinger, weil der besser ist, als wenn zu früh übergeben wird, und der Anschluss dann fehlt und der Motor somit wieder abstirbt. Der Überschwinger ist also eine Sicherheits-"Überlappung", da der große Regelbereich wegen des "D" (Differential)anteils m.W. viel agressiver = schneller (ab)regelt, als der reine LL-Bereich. Also "alles OK".
Das habe ich glaub' ich grundsätzlich verstanden. Würde auch auf unser Auto passen, da dort Mobil 1 ESP 0W-40 eingefüllt ist, also ein Öl, was noch relativ dünnflüssig beim Kaltstart sein sollte. Der Motor ist also dann wohl besser als von der Motorsteuerung "erwartet" angesprungen und daher der "Überschwinger", gell?

Interessant wird's dann nur beim Benzinmotor:
Die machen das nämlich viel regelmäßiger als Diesel. Extremes Beispiel aus meiner Sicht ist da der M 113. Sieht man in folgendem Video ganz schön ab Sekunde 30:

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Dies ist kein Kaltstart und trotzdem geht die Drehzahl ~ auf 1500 Umdrehungen hoch bevor in den normalen Leerlauf übergegangen wird. Aus eigener Erfahrung wage ich zu behaupten, dass dies nicht durch ein "falsches Einschätzen" der Motorsteuerung zur tatsächlichen Situation ist sondern Teil jedes Starts ist - wieso? Schön anhören tut's sich's auf jeden Fall :D

DOMMY schrieb:
Erhöhter Wandlerschlupf:
Das ist völlig beabsichtigt so programmiert. Auch da wieder ein Kennfeld: Je kälter das Wandleröl, je größer der Schlupf in der WÜK. Damit wird verhindert, dass es bei Schaltvorgängen zu harten Stößen oder gar Schlägen kommt, da die Reibwertparameter bei Kälte deutlich anders sind. (greift alles viel härter).
Also auch völlig OK. Dauert bei meinem 6Zyl. so etwa 500m bis 2km, je nachdem wie kalt ich losgefahren bin.
Natürlich will man auch nicht, dass ein sehr kalter Motor gleich bei 1200 1/min "gedrückt" wird und somit ungünstige Überlastungen (thermisch wie mechanisch) heraufbeschworen werden.
Das deckt sich mit meiner Erfahrung, dass die Schaltvorgänge im kalten Zustand fast weicher als im warmen sind, weil die WÜK offenbar gar nicht erst schließt.
Ungewöhnlich fand ich halt, dass beim Ausrollen aus 100 km/h gar nicht erst eine Drehzahl gehalten, sondern einfach "in den Leerlauf" übergegangen wurde. Wäre da nicht analog zum Motorenöl es sinnvoller gewesen, den Schlupf zu minimieren, damit sich das Öl schneller erwärmt?

:hello:
 
...Interessant wird's dann nur beim Benzinmotor:
Die machen das nämlich viel regelmäßiger als Diesel. Extremes Beispiel aus meiner Sicht ist da der M 113. ...Dies ist kein Kaltstart und trotzdem geht die Drehzahl ~ auf 1500 Umdrehungen hoch bevor in den normalen Leerlauf übergegangen wird. Aus eigener Erfahrung wage ich zu behaupten, dass dies nicht durch ein "falsches Einschätzen" der Motorsteuerung zur tatsächlichen Situation ist sondern Teil jedes Starts ist - wieso? ...:hello:
Servus Hendrik, kein Problem: der Benziner wird sicher mit angefettetem Gemisch, mehr-Einspritzmenge und etwas mehr Luftdurchsatz (angehobene Drosselklappe oder Zusatzkanal) gstartet. (ähnlich wie früher mit "Choke", der die Drosselklappe noch etwas mit geöffnet hat)
Und da heute ja wieder alles elektronisch geschieht, wird diese (Kalt-)Start-Grundeinstellung lieber reichlicher ausfallen, als zu schwach, damit der Motor auch ja gut hochkommt, und nachdem die LL-Drehzahl erreicht/durchschritten wurde, stellt die Elektronik von "Start" um auf "Kaltleerlauf" bis letztendlich "Warm" erreicht ist. Kaltleerlaufdrehzal kann, muss aber nicht höher sein. Ist oft auch abhängig von angeforderter elektrischer Leistung. Letzteres (LL-Drehzahlanhebung) greift dann aber auch bei "Warm".

Und der Kalt-Überschwinger wird auch hier wieder bei 0Wxx höher ausfallen, als z.B. bei 15W40.

Gruß-DOMMY
 
Servus Hendrik, kein Problem: der Benziner wird sicher mit angefettetem Gemisch, mehr-Einspritzmenge und etwas mehr Luftdurchsatz (angehobene Drosselklappe oder Zusatzkanal) gstartet. (ähnlich wie früher mit "Choke", der die Drosselklappe noch etwas mit geöffnet hat)
Und da heute ja wieder alles elektronisch geschieht, wird diese (Kalt-)Start-Grundeinstellung lieber reichlicher ausfallen, als zu schwach, damit der Motor auch ja gut hochkommt, und nachdem die LL-Drehzahl erreicht/durchschritten wurde, stellt die Elektronik von "Start" um auf "Kaltleerlauf" bis letztendlich "Warm" erreicht ist. Kaltleerlaufdrehzal kann, muss aber nicht höher sein. Ist oft auch abhängig von angeforderter elektrischer Leistung. Letzteres (LL-Drehzahlanhebung) greift dann aber auch bei "Warm".

Und der Kalt-Überschwinger wird auch hier wieder bei 0Wxx höher ausfallen, als z.B. bei 15W40.

Gruß-DOMMY

Interessant! Mein Smart forfour 1.3 jault grundsätzlich beim Kaltstart auf (auch bei moderaten Außentemperaturen), ohne das ich auch nur einen Millimeter auf dem Gas stehe.
Für einen Außenstehenden muss sich das immer so anhören, als ob ich das Gaspedal beim Starten mindestens halb durchtrete...
 
Interessant! Mein Smart forfour 1.3 jault grundsätzlich beim Kaltstart auf (auch bei moderaten Außentemperaturen), ohne das ich auch nur einen Millimeter auf dem Gas stehe.
Für einen Außenstehenden muss sich das immer so anhören, als ob ich das Gaspedal beim Starten mindestens halb durchtrete...
Servus amellie, da sieht man mal, wie schäbig so manche elektronische Steuerung aufgebaut bzw. programmiert ist. Vorbei sind die "mechanischen" Kaltstarthilfen (ob "Choke" oder "Kaltstartautomatik" mit Bimetall oder Kühlwasserheizung), die man noch selbst incl. Standgas feinjustieren konnte. Das war immer das erste, was ich an jedem meiner Benzin-Autos erst mal optimiert habe.
Aber gut dass Du das sagst, ich habe die Fahrer/innen solcher beim Start aufheulenden Autos immer als "irre" abgetan. Für diese Pauschalierung muss ich mich ja jetzt wohl schämen. :o:
Gruß-DOMMY
 
Aber gut dass Du das sagst, ich habe die Fahrer/innen solcher beim Start aufheulenden Autos immer als "irre" abgetan. Für diese Pauschalierung muss ich mich ja jetzt wohl schämen. :o:
Gruß-DOMMY

Jipp - das solltest du :D:D:D

Aber schlecht gemachte Steuerung hin oder her - ansonsten läuft der Smart richtig gut. Und das mittlerweile im fünften Jahr, obwohl er als reines Kurzstrecken-Einkaufs-malebendieKinderabholen-Fahrzeug kein einfaches Leben bei uns führt :o:
 
Mein Smart forfour 1.3 jault grundsätzlich beim Kaltstart auf (auch bei moderaten Außentemperaturen), ohne das ich auch nur einen Millimeter auf dem Gas stehe.

...der hat angst vor dir und deiner fahrweise. :D
 
Nochmal danke an Dich Dommy für die Erklärungen.
Aber gut dass Du das sagst, ich habe die Fahrer/innen solcher beim Start aufheulenden Autos immer als "irre" abgetan. Für diese Pauschalierung muss ich mich ja jetzt wohl schämen. :o:
Gruß-DOMMY
Och, bei nem V8 wie dem M 113 hab ich das Aufheulen beim Start immer als sehr angenehm empfunden - bruuummm :D

Bezüglich schlechter Steuerungen sei unserer Citroen Xsara 1.4 erwähnt.
Da geht der Motor auch nach dem Kaltstart trotz getretener Kupplung schon mal aus, wenn zuvor Verbraucher wie die Servopumpe beansprucht wurden :rolleyes: :D
 
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